Kultur

 

An einem Besuch im Picasso Museum oder in seinem Geburtshaus kommt man in Malaga nicht herum. Und auch sonst ist Malaga eine Stadt der Museen.

 

Museo Picasso

Die Geburtsstadt des Künstlers Pablo Picasso erhielt 2003 im historischen Zentrum der Stadt ein Museum mit etwas mehr als 200 Werken aus sämtlichen Schaffensperioden. Darunter Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Stiche und Keramiken, die zum großen Teil von seinen Erben gespendet wurden. Untergebracht ist das Ganze im schönen Palacio de Buenavista. Im Inneren des Renaissance Gebäudes, kann man ebenfalls phönizische Überreste besichtigen, die bei Restaurierungen gefunden wurden. Ganz in der Nähe, auf der Plaza de la Merced, befindet sich Picassos Geburtshaus, in dem er 1881 geboren wurde.

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El Museum de Bellas Artes

Das Museum der schönen Künste befindet sich im ehemaligen Palast des Grafen Bueanavista. Das imposante Gebäude mit seiner Renaissance-Fassade stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Ausstellung umfasst hauptsächlich Skulpturen, Möbel und Keramiken aus der Zeit der Gotik, Renaissance und dem barock. Im oberen Stockwerk werden Werke regionaler Künstler gezeigt. Natürlich widmet sich auch ein Raum ausschließlich Picasso.

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Teatro Cervantes

Das Theater wurde am 17. Dezember 1870 eingeweiht. Ein Brand zerstörte das Museum fast vollkommen und es wurde erst in den 80er Jahren restauriert. Heute zählt das Teatro als das älteste Theater in Europa, was noch in Originalform existiert. Die Deckenmalereien stammen von Bernardo Ferrándiz. Das Teatro Cervantes weist einen rechteckigen Grundriss auf und bietet Platz für 1171 Zuschauer. Aufgeführt werden viele verschiedene Sachen aus den Bereichen Oper, Theater, Tanz und Musik.

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La Malagueta - Stierkampfarena

In der strandnahen Stierkampfarena kann man ein Stück der Tradition und Kultur Spaniens erleben. Rund 14 000 Menschen finden in der Arena einen Platz. 1874 wurde sie von Joaquín Rucoba entworfen und gilt als eine der ältesten und schönsten Stierkampfarenen. Die berühmtesten und besten Toreros stellen auch heute noch in der umstrittenen Sportart ihr Können unter Beweis. Die Arena beherbergt ebenfalls ein Museum, in dem man Fotos, Plakate und Toreroanzüge besichtigen kann.

 

 

Geschichte

 

Die Stadt Malaga hat eine lange Geschichte zu erzählen, von vielen verschiedenen Kulturen und Völkern, die sie beeinflusst haben. Heute machen gerade diese vielen Einflüsse die Stadt so attraktiv. Die Geschichte reicht zurück bin hin zu den Neandertalern, die in komplexen Höhlensystemen in der Gegend von Malaga lebten. Gegründet wurde die Stadt am Mittelmeer, 800 v. Chr. von phönizischen Seeleuten. Sie nannten die Stadt Malaka, abgeleitet von "malak" was so viel bedeutet wie das Salzen der Fische.

 

Nach den Phöniziern folgte eine römische Besetzung, was Malaga bis heute eine enge Verbindung mit Rom einbrachte. Sie machten Malaga zu einer Stadt des römischen Bundes und verliehen ihr den Namen "Flavia Malacita". Für die Römer wurde Malaga so zu einem wichtigen Verbindungspunkt zwischen den Häfen am Mittelmeer und anderen von ihnen besetzten Städten in Spanien. In dieser Zeit entstand auch das römische Theater am Fuße der Alcazaba, was noch heute erhalten ist.

 

Doch besonders die Araber, die 711 die Stadt von den Küsten Nordafrikas eroberten, prägten die Kultur und das Aussehen Malagas nachhaltig und begünstigten den Fortschritt. Sie bauten die Alcazaba, das Schloss Gibralfaro und insgesamt fünf große Eingangstore. In ihrer langen Herrschaftszeit förderten die Araber die Wirtschaft durch den Handel von Mukatellertrauben und Keramik.

 

In einer grausamen Schlacht wurde Malaga 1487 im Zuge der Reconquista von der katholischen Kirche erobert, was viele Veränderungen mit sich brachte. Das ganze Stadtbild wurde verändert, die früheren Aussenviertel wurden integriert und das Land unter den Eroberern aufgeteilt. Im 16. und 17. Jahrhundert durchlebte die Stadt eine schwere Zeit. Nicht nur schlechte Ernten und Epidemien waren ein Rückschlag in der Entwicklung, sondern auch ein schweres Erdbeben und drei große Überschwemmungen. Nur sehr langsam erholte sich Malaga von dieser schweren Zeit.

 

Von 1814 bis 1833 litt die Stadt unter der absolutistischen Herrschaft von Fernando VII. Es gab Auseinandersetzungen zwischen liberalen und absolutistischen Anhängern. Dies führte zu einer politischen Instabilität und einer wirtschaftlichen Stagnation. Die Konflikte gipfelten 1831 in der Ermordung des liberale General Torrijos, dem heute mit dem Obelisken auf der Plaza de la Merced ein Denkmal errichtet wurde. Während der Industrialisierung waren besonders zwei Familien ausschlaggebend für den Aufschwung Malagas. Die Familien Larios und Heredia gründeten die "Industria Malaguena" und siedelten die Eisen-, Stahl- und Textilindustrie an. Damit wurde Malaga, hinter Barcelona, zum zweitgrößten Industriezentrum. Heute profitiert die Hauptstadt der Costa del Sol hauptsächlich vom Tourismus, der in den 50er Jahren die Wirtschaft enorm ankurbelte.